Aktuelles zur zukünftigen forensischen Klinik in Essen-Heidhausen
Auf dieser Seite veröffentlichen wir Neuigkeiten zur Planung der forensischen Klinik in Essen-Heidhausen.
Die Fertigstellung der Klinik ist nach aktuellem Stand für 2029 geplant. Dort sollen 69 psychisch kranke Straftäterinnen – ausschließlich Frauen – therapiert und betreut werden.
Träger und Betreiber der Klinik wird der Landschaftsverband Rheinland, der bereits an acht Standorten im Rheinland psychisch kranke Straftäter*innen behandelt.
Übersicht
Bürgerversammlung am 28. Januar 2026 – nächste bereits in PlanungEinladung zur Bürgerversammlung am 28. Januar 2026
Pressemitteilung vom 25. November 2025
Pressemitteilung vom 5. September 2025
Broschüre „Therapie statt Strafe – Maßregelvollzug im Rheinland“
Bürgerversammlung am 28. Januar 2026 – nächste bereits in Planung
Im Rahmen einer Bürgerversammlung haben auf Einladung des Planungsbeirates der zukünftigen forensischen Frauenklinik das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS), der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die Stadt Essen am 28. Januar 2026 über die Planungen für eine neue forensische Klinik für Frauen in Essen-Heidhausen informiert. Rund 300 Bürgerinnen und Bürger fanden in der Jona-Kirche Platz, weitere Interessierte konnten aus Brandschutzgründen leider nicht mehr eingelassen werden. Eine weitere Bürgerversammlung ist deshalb bereits in Planung.
Durch die Veranstaltung führten die Vorsitzenden des Planungsbeirates, Marion Greve (Superintendentin der Evangelischen Kirche Essen) und ihr Stellvertreter, Prof. Dr. Björn-Enno Hermans (Caritasdirektor Essen).
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Informationen über die Art der Einrichtung, die baulichen Planungen, die Standortwahl für die Klinik sowie Sicherheitsaspekte.
Landesweit steigt der Bedarf an Plätzen für psychisch kranke Straftäterinnen im Maßregelvollzug. Das Land hat daher umfassende Prüfungen für geeignete Grundstücke vorgenommen. Eine vom MAGS beauftragte Machbarkeitsstudie bewertete das vorgesehene Grundstück in Essen-Heidhausen für den Bau einer forensischen Klinik für 69 Patientinnen positiv, unter anderem hinsichtlich Größe, Erschließung, Topografie und grundsätzlicher baurechtlicher Eignung. Andere Flächen mit bereits bestehendem Bebauungsplan standen nach Angaben des Ministeriums nicht zur Verfügung.
Auf dem Gelände in Heidhausen wurden bereits Vermessungsarbeiten, artenschutzrechtliche Prüfungen und Baugrunduntersuchungen vorgenommen. Derzeit werden Abbrucharbeiten an bestehenden Gebäuden vorbereitet. Für den Abriss der Gebäude müssen neun Bäume gefällt werden, weitere Fällungen, die erst für einen Neubau nötig wären, sind derzeit nicht in Vorbereitung. Darüber hinaus steht die Allee in der Mitte des Geländes unter besonderem Schutz und bleibt erhalten.
Dr. Ecevit Agu, Planungsdezernent der Stadt Essen, betonte, dass von Seiten der Stadt eine ergebnisoffene planungsrechtliche Prüfung laufe. Ein externes Gutachten sei beauftragt worden.
Ulrich Scheinhardt, Referatsleiter Bau und bauliche Sicherheit der forensischen Psychiatrie im MAGS NRW, stellte das bauliche Konzept vor. Geplant sind mehrere Gebäude innerhalb der im Bebauungsplan festgelegten Baugrenzen: ein zentrales Pfortengebäude mit Sicherheitsschleuse als einziger Zugang, ein Stationsgebäude, ein Freizeitgebäude, eine Werkstatt, eine Sporthalle sowie eine Rehabilitationsstation für fortgeschrittene Behandlungsphasen. Das angrenzende Landschaftsschutzgebiet bleibe unangetastet.
Die Grundfläche der geplanten Gebäude beträgt rund 7.500 Quadratmeter, hinzu kommen etwa 8.400 Quadratmeter Wegeflächen. Von der insgesamt rund 50.000 Quadratmeter großen bebaubaren Fläche sollen etwa 32 Prozent überbaut werden. Der Bebauungsplan erlaubt bis zu 40 Prozent. Zulässig wären zwei bis vier Vollgeschosse, geplant sind maximal drei.
Prof. Dr. med. Johannes Fuß, Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie und Sexualforschung der LVR-Universitätsklinik Essen, erläuterte in der Jona-Kirche wann es zu einer Unterbringung in einer forensischen Psychiatrie kommen kann. Die Unterbringung gemäß § 63 StGB ist unbefristet, mögliche Lockerungen wie Ausgänge würden immer gründlich geprüft. Auf die Frage nach dem Risiko für die Nachbarschaft betonte Prof. Dr. Fuß, ihm sei kein Fall bekannt, in dem eine Patientin während eines Ausgangs aus einer Frauenforensik ein schweres Gewaltdelikt an einem zufälligen Opfer der Nachbarschaft begangen habe
In der über dreistündigen Versammlung äußerten die Bürgerinnen und Bürger vor allem ihre Sorgen in Bezug auf die Nähe der Klinik zur Wohnbebauung und zu Schulen und Kindergärten. Auch über Fragen des Naturschutzes, Lärmbelästigung und der Verkehrsbelastung durch den Betrieb der Klinik wurde lebhaft diskutiert.
Die Fertigstellung der Klinik in Essen-Heidhausen ist nach aktuellem Stand für 2029 geplant. Die entstehenden 69 Behandlungsplätze sollen dann für die Behandlung von forensisch untergebrachten Frauen genutzt werden.. Träger und Betreiber der Klinik wird der Landschaftsverband Rheinland, der bereits an acht Standorten im Rheinland forensische Fachkliniken betreibt.
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS) stellt zwei Präsentationen, die bei der Bürgerversammlung gezeigt wurden, als PDF-Datei zum Download zur Verfügung (PDF, 2,85 MB)
Einladung zur Bürgerversammlung am 28. Januar 2026
Der Planungsbeirat der zukünftigen forensischen Klinik in Essen-Heidhausen lädt die Bürgerinnen und Bürger ein zu einer Informationsveranstaltung zum Stand der Planungen rund um die Frauenforensik.
Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS), der Stadt Essen und des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) informieren zu Bau- und Planungsfragen sowie zu Therapie und Sicherheit der geplanten Frauenklinik und beantworten Fragen.
Mittwoch, 28. Januar 2026, 18 Uhr
Jona-Kirche Essen
Heidhauser Str. 63, 45239 Essen
Der Raum bietet Platz für rund 300 Besucherinnen und Besucher. Bei der Veranstaltung können Foto- und Videoaufnahmen zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit und durch Medienangehörige erstellt werden.
Pressemitteilung vom 25. November 2025
Bürgerinformationsabend zum Planungsstand der zukünftigen forensischen Klinik in Essen-Heidhausen am 28. Januar 2026
Nutzung der Klinik-Turnhalle auch für Bevölkerung geplant. Leitung der Frauenforensik in der LVR-Klinik Bedburg-Hau stellt Behandlungskonzepte vor.
Der Planungsbeirat der zukünftigen forensischen Klinik in Essen-Heidhausen bindet die Bevölkerung stärker in das Bauprojekt ein. Auf einer Bürgerinformationsveranstaltung am Mittwoch, 28. Januar 2026, werden ab 18 Uhr alle interessierten Bürger*innen umfassend über die Planungen des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) Nordrhein-Westfalen informiert. Als mögliche Veranstaltungsorte werden Kirchen in Essen-Heidhausen angefragt. Weitere Informationen zum Bürgerdialog werden in den nächsten Wochen folgen.
Auf der gestrigen Sitzung des Planungsbeirates präsentierte der Vertreter des MAGS, dort zuständig für forensische Bauvorhaben, den aktuellen Stand der Planungen Positiv wurde vom Beirat aufgenommen, dass das Ministerium die Anregungen zum Bauprojekt aus der vergangenen Sitzung mitgenommen und nach Möglichkeit berücksichtigt hatte.
Turnhalle für Bevölkerung nutzbar machen
Auf viel Zustimmung bei den 31 Mitgliedern des Planungsbeirates unter Leitung der Vorsitzenden Marion Greve, Superintendentin der Evangelischen Kirche Essen, stießen Überlegungen, die Turnhalle der Klinik auch für die Bevölkerung nutzbar zu machen. Sie könnte so platziert werden, dass Freizeitsportler*innen die Halle von außen durch einen separaten Eingang betreten und nicht durch die Klinik gehen müssen. Auch für die Positionierung des Reha-Gebäudes für Patientinnen gab es einen neuen Vorschlag: Die Architekten planen das eingeschossige Haus nun weiter von der Straße entfernt.
Die Rehabilitation forensischer Patientinnen war auch Thema von Chefärztin Emiliya Pavlova und Pflegedienstleiter Joergen Grell, die duale Leitung der frauenforensischen Abteilung der LVR-Klinik Bedburg-Hau – der bislang einzigen Klinik für forensisch untergebrachte Frauen im Rheinland. Sie präsentierten und erläuterten ihre innovativen Behandlungskonzepte. Diese zielen darauf ab, durch intensive Therapie und Behandlung die Patientinnen schnellstmöglich zu einem straffreien Leben in der Gesellschaft zu befähigen.
Die Fertigstellung der Klinik in Essen-Heidhausen ist nach aktuellem Stand für 2029 geplant. Dort sollen dann 69 psychisch kranke Straftäterinnen – ausschließlich Frauen – therapiert und betreut werden. Träger und Betreiber der Klinik wird der Landschaftsverband Rheinland, der bereits an acht Standorten im Rheinland psychisch kranke Straftäter*innen behandelt.
Pressemitteilung vom 5. September 2025
Ministerium informiert Planungsbeirat umfassend über den aktuellen Planungsstand für die frauenforensische Klinik in Essen-Heidhausen
Landschaftsschutzgebiet und Allee nicht betroffen vom Forensikbau / Transparenter Makrolonzaun gewährleistet Sicherheit
Auf der gestrigen Sitzung des Planungsbeirats der zukünftigen forensischen Klinik in Essen-Heidhausen haben Vertreter*innen des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) Nordrhein-Westfalen sowie des Landschaftsverbands Rheinland die Mitglieder über den Stand der Planungen für die forensische Klinik informiert. Nach deren Fertigstellung, die nach aktuellem Stand in drei bis vier Jahren erfolgt sein wird, sollen dort 69 psychisch kranke Straftäterinnen – ausschließlich Frauen – therapiert und betreut werden. Träger und Betreiber der Klinik wird der Landschaftsverband Rheinland, der bereits an acht Standorten im Rheinland psychisch kranke Straftäter*innen behandelt.
Grund für die gestrige Sitzung des Beirats unter Leitung der Vorsitzenden Marion Greve, Superintendentin der Evangelischen Kirche Essen, und ihres Stellvertreters Prof. Dr. Enno Hermans von der Caritas waren Diskussionen innerhalb der Essener Bürgerschaft über den aktuellen Planungsstand. Die Diskussionen wurden dabei insbesondere über Fragen der Größe der Klinik und mögliche Auswirkungen für den Landschaftsschutz geführt.
Das Landschaftsschutzgebiet wird nicht angetastet
Ein Vertreter des MAGS, der im Ministerium zuständig für forensische Bauvorhaben ist, berichtete über den aktuellen Planungsstand aus Sicht des Ministeriums. Die aufwändigen Planungen befänden sich noch in einem frühen Stadium, aber zwei Dinge ständen bereits fest: Das Landschaftsschutzgebiet werde nicht angetastet und die Allee bleibe bestehen. Die Präsentation des Ministeriums machte außerdem deutlich, dass nicht das ganze zur Verfügung stehende Gelände bebaut würde. Die zwei- bis dreigeschossige Bebauung solle nicht direkt an der Barkhovenallee liegen, sondern etwas zurückgesetzt von der Straße. Die Bäume entlang der Straße sollen erhalten bleiben. Allerdings, darauf wies er auch hin, umfasse die Planung mehr Gebäude als die bisherige Bestandsbebauung, die in schlechtem Zustand und daher nicht mehr nutzbar sei.
Ein wichtiges Anliegen war den 31 Mitgliedern des Planungsbeirats, dessen Aufgabe die Begleitung und Unterstützung der geplanten Frauenforensik ist, die Sicherung des Geländes. Dieses wird, so Ulrich Scheinhardt, von einem 5,50 m hohen und transparenten Makrolonzaun umgeben werden. Diese Zäune gelten als extrem ausbruchssicher.
In der rund zweistündigen Beiratssitzung ging es jedoch nicht nur um die Bauplanung. Welche psychischen Erkrankungen haben forensische Patientinnen? Welche Straftaten haben sie begangen? Was ist eine forensische Rehastation und wo sollte diese am besten angesiedelt sein? Wie viele Mitarbeitende werden einmal in der Klinik arbeiten?
Die Beiratsmitglieder hatten viele Fragen und Ideen, die in die weiteren Planungen des Ministeriums einfließen werden. Eine Folgesitzung für November ist bereits geplant. Der Planungsbeirat wird die Öffentlichkeit regelmäßig verlässlich informieren. Denn hier herrschte große Einigkeit unter allen Anwesenden: Die Bevölkerung hat ein Anrecht auf Transparenz und Kommunikation. Nur so könne die notwendige Akzeptanz für die geplante Klinik gewonnen werden, die aufgrund der immer noch steigenden Zahl forensischer Patient*innen in Nordrhein-Westfalen dringend gebraucht wird.
Broschüre „Therapie statt Strafe – Maßregelvollzug im Rheinland“
Hohe Mauern, Sicherheitskameras und Stacheldrahtzäune – das Leben und Arbeiten in den Maßregelvollzugskliniken bleibt den meisten Menschen bereits durch die baulichen Sicherheitsanforderungen verborgen. Daher reagieren viele Menschen oftmals mit Angst und Ablehnung auf eine Maßregelvollzugsklinik in ihrer Nähe.
Es ist die Furcht vor dem Unbekannten: Wie sieht es hinter diesen Mauern aus und was passiert dort? Was sind dort für Menschen untergebracht, die unter dem Einfluss einer psychischen Erkrankung oder einer Drogensucht zum Teil schwere Straftaten begangen haben?
Diesen verständlichen Fragen und Bedenken begegnet der Landschaftsverband Rheinland als Träger von Maßregelvollzugskliniken mit Information und Transparenz. Dazu gehört die Broschüre „Therapie statt Strafe“, die über Krankheiten und Delikte der Patient*innen, ihre Behandlung, Unterbringung und ihre ersten Schritte nach draußen aufklärt.
Hier finden Sie die Broschüre zum Download (PDF, 8,01 MB)